Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Beschwerden das Ergebnis von bewussten und nichtbewussten Lernprozessen sind. Zu Beginn der Behandlung wird gemeinsam mit der*dem Patient*in erarbeitet, welche Bedingungen ihrer*seiner Lebensgeschichte und der aktuellen Lebenssituation zur Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Symptomatik beigetragen haben und weiter wirksam sind. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam die Therapieziele und der Behandlungsplan festgelegt. In der Verhaltenstherapie werden die Patient*innen zur aktiven Veränderung ihres oder seines Handelns, Denkens und Fühlens motiviert und angeleitet. Dabei werden die bereits vorhandenen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sieht Krankheitssymptome als Folge von aktuellen Konflikten in Beziehungen oder von nicht bewältigten Beziehungserfahrungen und Konflikten aus früheren Lebensphasen. Diese Konflikte und Erfahrungen können das spätere Leben bestimmen und psychische Erkrankungen zur Folge haben. Ziel der Behandlung ist es, die zugrundeliegenden unbewussten Motive und Konflikte der aktuellen Symptome zu erkennen und sich mit diesen auseinanderzusetzen. Die Patient*innen werden in der Psychotherapie dabei unterstützt, durch Einsichten in die Zusammenhänge und Ursachen der aktuellen Symptome Veränderungen im Erleben oder Verhalten zu erreichen.
Systemische Therapie
Systemische Therapie versteht psychische Störungen unter besonderer Berücksichtigung von Beziehungen. Neben der Sicht auf Belastendes stehen die Nutzung eigener Kompetenzen und Fähigkeiten der*des Patient*in bzw. ihres*seines Umfeldes im Mittelpunkt. Die Therapie orientiert sich an den Aufträgen und Anliegen der Patient*innen. Ziel ist es, symptomfördernde Verhaltensweisen, lnteraktionsmuster und Bewertungen umzuwandeln und neue, gesundheitsfördernde Lösungsansätze zu entwickeln.
In die Therapie können Lebenspartner*innen oder andere wichtige Bezugspersonen einbezogen werden. Die Systemische Therapie im Mehrpersonensetting, die dann beispielsweise gemeinsam mit der Kernfamilie oder der erweiterten Familie stattfindet, nutzt die Angehörigen als Ressource für die Behandlung und die Veränderung von bedeutsamen Beziehungen und Interaktionen.
Reflektorische Atemtherapie
Die Reflektorische Atemtherapie ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Die unterschiedlichen Regulationssysteme des Körpers werden über gezielte manuelle Griffe beeinflusst. Die Muskeln und Faszien, die Strukturen der Wirbelsäule, das Nervensystem, Triggerpunkte, Meridiane, sowie Reflex- und Bindegewebezonen werden behandelt. Das Zwerchfell wird stimuliert und die individuellen Atembewegungen erweitert. Im Verlauf einer Behandlung wird der ganze Körper mit einbezogen und eine reflektorische Atemreaktion in Gang gesetzt. Die vegetative Eigenregulation wird angeregt und die Selbstheilungskräfte gestärkt.
Gestalttherapie
Gestalttherapie ist eine ganzheitliche humanistische Therapieform, die ihre Ursprünge in der Gestaltpsychologie, der Phänomenologie und der Psychoanalyse hat.
Körper, Geist und Seele werden als Ganzheit verstanden und als eine Gestalt betrachtet, der die Fähigkeit innewohnt, sich zu entwickeln, sich kreativ anzupassen und im Kontakt mit Anderen zu wachsen. Beeinträchtigungen, Störungen, dauerhaftes Leiden, ungelöste Konflikte können ihre Ursache darin haben, dass der Kontakt zu Anderen oder zu sich selbst unterbrochen ist oder unmöglich erscheint. Die persönliche Entfaltung, die Möglichkeit sich zu entscheiden und sich als Ganzes wahrzunehmen, sind gehemmt, "verschwunden" oder werden von den Betroffenen, oft nicht wissentlich, vermieden. Das hat zum Teil gravierende Auswirkungen, die das tägliche Erleben und Leben sehr beeinträchtigen können.
In der Gestalttherapie liegt der Fokus darauf, die nicht gewollten oder verschütteten Anteile von sich wahrzunehmen. Dadurch werden bisher abgewertete und vergessene Ressourcen wieder entdeckt und belebt.
In diesem Prozess ist die*der Therapeut*in ein wertschätzendes Gegenüber, für all das, was die*der Klient*in ist: mit der Vergangenheit, dem aktuellen Befinden und den Vorstellungen für die Zukunft. Im Kontakt mit dem Gegenüber (Therapeut*in) kann die*der Klient*in in einem geschützten Rahmen Altes wahrnehmen und auf den Nutzen im Hier und Jetzt prüfen. Die Klient*innen bestimmen, was jetzt in ihrem*seinem Leben hilfreich und unterstützend ist. Sie*Er trifft eine Wahl für sich und wird wieder entscheidungs- und handlungsfähig.
In der Gestalttherapie arbeitet die*der Therapeut*in vor allem mit den aktuellen Erfahrungen und Gefühlen der Klient*innen. Neben dem Gespräch wird körperprozessorientiert und mit kreativen Medien gearbeitet. Die Einbeziehung dieser Möglichkeiten ist vom Therapieverlauf abhängig und wird zwischen den Klient*innen und den Therapeut*innen besprochen und abgestimmt.
